Alles was nötig ist ... oder auch nicht?!

Ach ja: die Fotoindustrie hat so viele tolle Kameras, fabelhafte Objektive und jede Menge Zubehör zu bieten!
Aber was brauche ich wirklich? Diese Frage stelle ich mir häufig, wenn ich wieder mal auf Beutezug im www bin 😉
Die Verlockungen sind einfach immens groß für einen Technik-Freak wie mich.
Ich verdiene zwar sehr gut in meinem Job, aber irgendwann schiebt mir (zum Glück) mein Kontostand einen Riegel vor. Dennoch habe ich schon viele Kameras, Objektive, Rucksäcke und jede Menge anderen Schnickschnack besessen. Oder habe es noch immer 😉
Nachfolgend möchte ich euch den einen oder anderen Tipp geben, der euch vielleicht eine Kaufentscheidung erleichtert. Ich werde hier einfach nach und nach weiterschreiben, so dass immer wieder mal was dazu kommt.
 

22.08.2020 - Die Canon EOS RP ist bei mir eingezogen 🙂

In meinem Alter feiert man ja nicht mehr so arg seine Geburtstage. Aber dieses Jahr war es ein runder Geburtstag, so dass mein Mann sich ein ganz besonderes Geschenk für mich überlegt hat: die Canon EOS RP!
Da hat er mal wieder ganz genau zugehört, als ich vor ein paar Monaten über den Kauf der RP philosophiert habe 🙂

Inzwischen habe ich schon ein paar Hundert Bilder mit ihr geschossen und ich muss sagen, sie ist einfach nur geil!
Liegt gut in der Hand, der AF ist super zu konfigurieren (wie ich es von der 7DII und der 5DIII kenne), und sie macht einfach Spass!
Nachfolgendes Bild einer Glänzenden Smaragdlibelle (Somatochlora metallica) habe ich mit dem Sigma 150 mm mit diesen Einstellungen gemacht: 1/320 s, f/4.0, ISO 125, Spotmessung.

1/320 s, f/4.0, ISO 125

Der Adapter EF- auf RF-Bajonett sitzt stramm und fest, es gibt kein Spiel. An der M6II und der M50 ist das leider nicht so, da habe ich sowohl mit dem Originaladapter (EF auf M) als auch mit einem günstigeren Meike-Adapter ein leichtes Spiel. Nicht schlimm, aber vorhanden.
In letzter Zeit habe ich mich auch wieder mal an Flugbildern versucht. Hierzu habe ich mir den Custom-Modus CN1 entsprechend konfiguriert. Es geht dann doch schneller, nur eben das Moduswahlrad zu drehen, als Blende/Zeit/ISO im manuellen Modus einzustellen. Und genauso schnell ist man wieder im M-Modus, wenn sich ein Individuum absetzt.
Das folgenden Bilder einer Herbst-Mosaikjungfer (Aeshna mixta) sind zwar nicht erstklassig, aber für die ersten Versuche halbwegs annehmbar (1/3200 s, f/5.0, ISO 1000):

1/3200 s, f/5.0, ISO 1000
1/3200 s, f/5.0, ISO 1000

Demnächst möchte ich dann auch mal wieder Langzeitbelichtungen machen, also Milchstraße und Sternenhimmel. Ich bin gespannt, wie sie sich da schlägt!

30.07.2020 - Rucksack - die eierlegende Wollmilchsau!

Ich weiß eigentlich gar nicht mehr, wieviele Rucksäcke ich schon durch habe … also nicht, dass ich sie aufgearbeitet hätte, es war nur immer irgendwas an ihnen, was nicht perfekt war …
Und das ist das Problem: den perfekten Rucksack habe ich noch nicht gefunden! Ich befürchte, es gibt ihn einfach nicht!

Inzwischen fahre ich zweigleisig, soll heißen, ich habe zwei Rucksäcke: einen kleineren und einen echt großen. Aber der Reihe nach!

Angefangen habe ich mit dem Amazon-Basics Rucksack: für leichtes Equipment absolut ausreichend. Es sei denn, man ist längere Zeit unterwegs, dann wirds heikel, denn er besitzt quasi kein Tragesystem. Dafür kostet er aber auch weniger als 30 Euro.

Dann kam ein Mantona Trekking-Rucksack. Der war gar nicht sooo übel, allerdings ebenfalls mit bescheidenem Tragegefühl. Ausserdem wurde er recht bald zu klein, denn es mussten ja immer mehr Sachen untergebracht werden. Nichts ist ärgerlicher, als ausgerechnet das eine Objektiv nicht eingesteckt zu haben, dass man dann doch benötigt …

Weil ich´s dann richtig groß wollte, um vorzubauen, habe ich mir den Vanguard Quovio 66 gekauft. Ein hervorragendes Tragesystem, nur leider war der Rucksack irgendwann einfach doch zu unpraktisch, weil man innen leider Platz verschenkt.

Also kam der Platzhirsch Lowepro Flipside 500 AW II ins Haus.
Platz hat er. Aber das war´s dann auch schon: sowas von mies beim Tragen … unglaublich! Keine Ahnung, warum Lowepro so beliebt ist. Ist mir völlig schleierhaft! Von dieser Firma werde ich mir definitiv keinen Rucksack mehr kaufen, es sei denn, sie investieren mal in ein anständiges Trage- und Belüftungssystem!

Als Ersatz für den ätzenden Lowepro kam ein Mantona Elements Pro Kamera- und Drohnenrucksack. Ja, der war gar nicht übel: Tragesystem ok, Platz und Unterbringungsmöglichkeiten auch nicht so schlecht. Aber so richtig warm bin ich mit dem auch nicht geworden bzw. war er mir in manchen Situationen tatsächlich zu groß und unpraktisch.

Also musste wieder was kleineres als Ergänzung her. Also etwas kompaktes, wenn ich nur eine Kamera und maximal zwei Objektive mitnehmen will. Nach längerem Suchen bin ich auf den Jack Wolfskin ACS Photo Pack Pro gestossen. Und man glaubt es kaum: er hat (für mich) das perfekte Tragesystem! Einfach klasse! Passt!
Aber er ist halt klein. Ich habe tatsächlich überlegt, mich an die Firma JW zu wenden, um sie zu bitten, so einen Rucksack “in groß” zu entwerfen! Das wäre die eierlegende Wollmilchsau schlechthin!
(vielleicht schreibe ich ihnen doch mal!)

Den Mantona Elements Pro habe ich dann auch wieder abgestossen. Ich sag ja: so richtig warm wurde ich mit dem nicht.

Es folgten wieder einige Wochen intensiver Recherche, in denen ich oft einfach nur entnervt war: das Angebot ist riesig, die Preisspannen jenseits von Gut und Böse und irgenwie war ich schon kurz davor, mir doch wieder einen Pfui-Bäh-Lowepro zu kaufen. 

Dann habe ich mich mal näher mit den den Rucksäcken der amerikanischen Mark “f-stop Gear” beschäftigt.
Die Preise sind ja fast schon unmoralisch, aber dennoch habe ich mich irgendwann durchgerungen und mir den “Sukha” mit 70 Litern Fassungsvermögen bestellt. Dazu das ICU in XL (ICU = internal camera unit = der gepolsterte Bereich für die Fotoausrüstung). Der ganze Spaß hat mich knapp 500 Euro gekostet. Für einen Rucksack … ja, ich weiß …

Ums kurz zu machen: er ist super! Das Fassungsvermögen ist selbst mit 2 Kamerabodies und mehreren Objektiven noch nicht ausgeschöpft. Ich habe immer auch mindestens eine Flasche mit Wasser, mindestens ein Stativ, einiges an Zubehör (Akkus, Fernauslöser, Filter, Falt-Reflektor usw.) dabei und noch immer ist Platz für Brotzeit, Jacke und was Frau sonst so braucht, vorhanden.  Ein echtes Raumwunder!
Das Tragegefühl ist gut, wenn auch nicht perfekt. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich eigentlich immer zuviel dabei habe und der Rucksack gepackt mind. 10-12 kg auf die Waage bringt.

Den Jack Wolfskin habe ich noch immer. Den behalte ich auch, falls ich wirklich mal nur mit einer Kamera und max. zwei Objektiven losziehe. Was mir fehlt(e), ist das Zwischending 😉  Da habe ich aber heute Abhilfe geschaffen: als mittlere Lösung habe ich den “Ajna” von f-stop Gear mit 50 Litern Fassungsvermögen bestellt. Dazu das ICU in Large.  🙂

Ich hoffe, das Thema Rucksack ist dann erstmal wieder erledigt!

30.07.2020 - DSLR, Systemkamera oder doch eine kompakte?!

DSLR-Kamera (englisch für digital single-lens reflex): das Non-plus-Ultra!

Nein, ist es keineswegs!
Das Hauptkriterium für die Anschaffung von DSLRs war wohl die Möglichkeit, Wechselobjektive für verschiedene Motive benutzen zu können. Spätestens seit den ersten Systemkameras bzw. Spiegellosen Kameras ist dieses Argument hinfällig, denn man kann auch ein tolles Bokeh (Hintergrundunschärfe) mit den Spiegellosen bewerkstelligen, nicht zuletzt, weil es größtenteils vom verwendeten Objektiv beeinflusst wird.
Weiteres Hauptargument waren die vielen Einstellmöglichkeiten und die damit gegebene Kontrolle z. B. über den Bildlook. Auch das ist überholt, können die Spiegellosen nämlich auch!
Was spricht also (im Hobbybereich) noch für eine DSLR? Aus meiner Sicht: nichts.
Die Vorteile meiner Canon EOS M50 und M6 II überwiegen bei weitem: sie sind leicht, klein, und können alles, was die “Großen” auch können. Einziges Manko an Canons Marktstrategie ist, dass es so gut wie keine lichtstarken M-Objektive gibt. Klar, man kann alle EF- und EF-S-Objektive nutzen, allerdings geht dann ganz schnell der Größen- und Gewichtsvorteil flöten. Wirklich schade! Ich wäre bereit, mir M-Objektive (gerade im Tele-Bereich) zu kaufen, wären sie lichtstark. So bleibt mir leider derzeit nur, die schweren EF-Objektive mitzuschleppen.
Ein weiterer Nachteil bei den Spiegellosen: der “Rolling shutter”. Das hat Canon leider derzeit noch nicht richtig im Griff. Andererseits kommt dieses Phänomen nur bei Kunstlicht und/oder einer hohen Bildrate (10 und mehr pro Sekunde) zum Vorschein. Ist also für meine Anwendungen eher nicht von Bedeutung.
Ja, und an der Akkuleistung dürfen sie auch noch arbeiten, die ist nicht berauschend. Auf der anderen Seite hatte ich aber auch immer genügend Ersatzakkus für meine DSLRs dabei … kommt also unterm Strich auf´s gleiche raus.

Kompaktkameras … naja … also sagen wir es mal so: ich habe auf einem Rammstein-Konzert meine DSLR abgeben müssen, da ich keinen Presseausweis besitze. In weiser Voraussicht hatte ich aber zusätzlich eine kleine Casio-Kompaktkamera mit eingepackt. Mit dieser habe ich dann auch ein paar ganz passable Fotos von Till Lindemann & Co. geschossen. Aber wirklich herausragend sind sie nicht, da kommt so eine kleine Kompakte einfach an ihre Grenzen.

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch kurz zusammenfassen, über welche DSLRs ich mir eine eigene Meinung bilden konnte:

  • Canon EOS 1100D: Anfängermodell, nicht schlecht aber auch nicht gut. Ist halt einfach inzwischen nicht mehr aktuell was die verbaute Technik betrifft, macht aber dennoch ordentliche Bilder
  • Canon EOS 6D: ja, ist nicht übel. Allerdings gibt es schon seit einigen Jahren die Mark II, die wesentlich fortschrittlicher und besser ist
  • Canon EOS 6D Mark II: sehr gute und auch nicht so arg schwere DSLR. Tolles Klapp-/Schwenkdisplay und viele Einstellmöglichkeiten im Menü, wodurch alle Situationen gut abgedeckt werden
  • Canon EOS 5D Mark III: tolle Kamera mit ausgezeichnetem Autofokus! Allerdings schon ziemlich groß und schwer.
  • Canon EOS 7D Mark II: perfekte Kamera im APS-C-Format wenn man schnelle Bewegungen einfangen möchte (Wildlife, Sport etc.)
Von den genannten habe ich nur noch die 1100D und die 5DIII: die kleine habe ich zu einer Infrarot-Kamera umgebaut. Die 5DIII benutze ich nur noch zuhause, da sie mir mal auf Beton geknallt ist und einen leichten Sturzschaden davongetragen hat. Alle anderen habe ich wieder verkauft, da ich mit der M6II sowas von happy bin 🙂 Jetzt fehlt mir nur noch die EOS RP und ich bin (nahezu) wunschlos glücklich!

30.07.2020 - Objektive - besser geht immer!

Das ist leider so. Da brauche ich auch gar nicht um den heißen Brei zu reden: will man ein gutes und lichtstarkes Objektiv, heißt es, tief in die Tasche greifen.
Angefangen habe ich mit den üblichen Brennweiten im bezahlbaren Segment: ein Tele 70-300mm, ein Ultraweitwinkel 14mm f/2.8, ein Makro 90mm f/2.8 und noch ein paar andere lichtschwache Objektive. Preislich lagen die alle so um die 300 bis 500 Euro.
Natürlich kann man auch mit diesen Linsen hervorragende Bilder machen! Ich will das gar nicht bestreiten! Allerdings hat mich persönlich irgendwann das ISO-Rauschen doch schon massiv gestört. Es hat mir tatsächlich die Freude an den sonst guten Bildern verdorben.
Also fing ich nach und nach an, die dunklen Linsen auszutauschen. Heute habe ich bis auf mein 100-400mm eigentlich nur noch recht lichtstarke Exemplare mit EF-Bajonett (also Vollformat-Linsen) im Schrank; ein paar davon sind das:
  • TAMRON SP 70-200mm F/2.8 Di VC USD G2
    ein super Objektiv! Ich liebe es! Alternative wäre nur noch das Canon Pendant, das mir allerdings schlicht viel zu teuer war und ist: für eine Profifotografen mag es durchaus Sinn machen, aber im Hobbybereich ist mir der Neupreis einfach zu hoch.
  • Canon EF 14mm F2.8L USM II Ultraweitwinkel
    ich muss gestehen, dass ich es erst ein paar Wochen habe und noch gar nicht dazugekommen bin, es richtig auszuprobieren. Aber da ich es tatsächlich zu einem echten Schnäppchenpreis ergattert habe, musste es einfach bei mir einziehen!
  • Sigma 150 mm F2,8 APO Makro EX DG OS HSM
    ein herausragendes Makroobjektiv mit Bildstabilisator. Mit diesem mache ich die meisten meiner Makroaufnahmen. Auf Grund der doch häufig kleinen Fluchtdistanz vieler Tiere, habe ich noch den Sigma 1,4-fach EX APO DG C-AF Telekonverter davor. Damit komme ich auf eine Brennweite von 210mm bei Blende 4.0
  • Tamron F017E SP 90 mm F/2.8 Di Macro, 1:1 VC USD
    auch ein klasse Teil, habe ich jedoch nur als Backup, falls mal was mit dem o. g. Sigma sein sollte oder ich nebenbei noch filmen möchte
  • Walimex Pro 12mm f/2.8 Fisheye
    ein rein manuelles Objektiv, dass einfach Spass macht.
Die anderen Objektive kommen eher nur bei speziellen Motiven zum Einsatz, wie z. B. die Kombination Lensbaby Composer Pro II mit dem Twist 60 und dem Sweet 80 Objektiv. Das sind reine Fun-Objektive, um mal den einen oder anderen Effekt zu fabrizieren.
Es gibt auch noch zwei Objektive für das M-Bajonett, die erwähnen möchte:
  • Canon Zoomobjektiv EF-M 15-45mm F3.5-6.3 IS STM Weitwinkel
    es war im Bundle bei der M6II dabei und eigentlich wollte ich es gleich verkaufen, da ich diese Brennweiten ja sowieso (lichtstärker) abdecke. Das geringe Gewicht und die kompakte Bauweise haben mich dann aber doch neugierig gemacht. Also habe ich es ausprobiert und tatsächlich finde ich es wirklich nett! Klar, kann es nicht mit dem o. g. 14mm von Canon mithalten, aber die Leistung dieser süssen Linse ist schon wirklich nicht übel! Ich habe sie als Immerdrauf auf der Canon M50. Wenn ich unterwegs einen netten Fleck sehe, kommt es zum Einsatz.
  • Canon Objektiv EF-M 28mm F3.5 Macro IS STM
    eigentlich wollte ich mir schon länger das Canon MP-E 65mm 1:2,8, 1-5fach Lupenobjektiv für´s Focusstacking kaufen. Allerdings hätte das für mich bedeutet, auf kurz oder lang auch einen elektronisch betriebenen Einstellschlitten anzuschaffen. Der ganze Aufwand und das Drumherum waren mir eigentlich zu viel und so bin ich irgendwann über das EF-M 28mm gestolpert. Mit der Focus Bracketing-Funktion der M6II ist das es ein hervorragend geeignetes Objektiv, um gezielt Tiefenabbilder zu generieren. Ich liebe dieses kleine Teil!